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Bergbau/ Geologie

Erdgas

Beim Erdgas wird im lagerstättenkundlichen Sinne unterschieden zwischen:

  • Erdgas aus „konventionellen“ Lagerstätten und
  • Erdgas aus „unkonventionellen“ Lagerstätten

Erdgas besteht unabhängig davon, ob es aus einer „konventionellen“ oder „unkonventionellen“ Lagerstätte stammt, hauptsächlich aus Methan (CH4).

Gesteine in „konventionellen“ Erdgaslagerstätten weisen eine vergleichsweise hohe Porosität (Porenraum/Porenvolumen) und Permeabilität (Durchlässigkeit) auf, sodass das Erdgas aufgrund des natürlichen Lagerstättendrucks relativ einfach gewonnen werden kann.

In „unkonventionellen“ Lagerstätten weist das Gestein nur eine äußerst geringe bis gar keine natürliche Durchlässigkeit auf. Zu den „unkonventionellen“ Erdgaslagerstätten zählt man:

  • Erdgas in dichten Gesteinen (z.B. in Tonschiefer, „Schiefergas“),
  • Kohleflözgas,
  • Aquifergas und
  • Erdgas aus Gashydrat.

Für eine Gewinnung sind in der Regel aufwändige technische Maßnahmen notwendig (beispielsweise Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking). Bei diesem Vorgang werden mit Hilfe einer Flüssigkeit („Fracfluid“) im umgebenden Gestein Risse erzeugt, so dass die Durchlässigkeit erhöht wird und das Erdgas leichter zur Bohrung fließt. Das Fracfluid besteht aus einem Gemisch aus Wasser, Sand als Stützmittel und weiteren Additiven für unterschiedliche Zwecke.

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nimmt die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit befürchteten nachteiligen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu diesem Thema sehr ernst und hat die möglichen Umweltauswirkungen in einem Gutachten untersuchen lassen.

Das seit 2012 vorliegende Gutachten spricht die Empfehlung aus, Aufsuchungs- und Gewinnungsvorhaben mit Einsatz der Fracking-Methode nicht zu genehmigen, bis bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört insbesondere die Minderung des Gefährdungspotenzials der Frack-Additive und die einwandfreie Lösung der Entsorgung des sogenannten flowback.

Daher wird es weiterhin keine Genehmigung von Fracking-Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen geben. Die Landesregierung setzt sich zudem im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Regelung von Fracking dafür ein, dass den in vorliegenden Gutachten erkannten Risiken und Informations- und Wissendefiziten hinreichend Rechnung getragen wird. Die Landesregierung hat zudem beschlossen, im neuen Landesentwicklungsplan ein Ziel aufzunehmen, mit dem Fracking in unkonventionellen Erdgas-Lagerstätten ausgeschlossen wird. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass durch den Einsatz der Fracking-Technologie erhebliche Beeinträchtigungen des Menschen und seiner Umwelt nicht auszuschließen sind und die Reichweite hiermit verbundener Risiken derzeit nicht abschätzbar ist.

Zusatzinformationen:

Weitere Infos:

NRW-Gutachten

Kurzfassung Langfassung
- Teil I - Teil II - Teil III - Teil IV Pressemitteilung Handout


Andere Gutachten

Dialogprozess UBA Kurzfassung UBA Langfassung BGR-Studie SGD-Stellungnahme


Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas

Weitere Informationen zur Erdgasaufsuchung und -gewinnung sowie einen Überblick über in NRW erteilte Bergbauberechtigungen finden Sie auf den Seiten der Bezirksregierung Arnsberg


Gesetze und Verordnungen

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